Ein Ausblick auf den Akt der Sprache

DA DA SCHAU versteht die Erzählung über den Ausblick als inszeniertes Erlebnis. Die Terrasse formt sich dabei zur theatralen Situation, die uns nicht nur zu Zuschauer*innen und Zuhörer*innen, sondern auch zu Akteur*innen werden lässt. Drei Hörspiele und weitere kleine Tondokumente bieten neue Anknüpfungspunkte an das, was wir für gewöhnlich mit unseren Sinnen auf einer Aussichtsterrasse erleben: die Stadtwahrnehmung. Sie führen dabei nicht (nur) zu neuen Erkenntnissen, sondern sie erzeugen auch Fragen.

Sind die Tondokumente eine angenehme Begleitung unseres Blickes? Oder werden Sie zur irritierenden Störung im eigenen Sichtfeld? Inwieweit stellen wir Verknüpfungen zwischen dem gesprochenen Wort und unserer parallelen Wahrnehmung her? Kann die gehörte Stimme zur Bewegung im Raum anregen? Wie fordert uns das unverständlich Gesprochene heraus? Wie gehen wir mit dem irritierenden Moment um, wenn wir Worte, nicht zuordnen oder mit anderen Sinnen erfassen können? Wie funktioniert Stimme, wenn sie durch einen veränderten Kontext an unsere weiteren Sinne appelliert?

Die gesprochenen Worte sind als Impulsgeber zu verstehen, sich nicht (nur) mit dem Ausblick über die Dächer der Stadt, sondern auch über den Akt der Sprache und seiner Bedeutung in unserem alltäglichen Gebrauch auseinander zu setzen. Die Installation geht der materiellen Präsenz der Stimme nach und untersucht Handlungsräume innerhalb des Sprechaktes. DA DA SCHAU gibt Hinweise auf das Gewicht des Sprechens, das Zusammenspiel von Sprechakt, Hör- und Sehsinn.

Auf ironische Weise wird das offensichtliche Thema der Aussicht so zum Sprechakt, der als fragil, irritierend, bewegend und zugleich mit Humor erlebt werden kann.  

Souffleur*innen mit beeinträchtigter Sprache, erzählte Ortsbeschreibungen außerhalb unseres Blickfeldes und bunte Erzählungen über ferne Stadteindrücke lassen den Ausblick zum kleinen Schaustück über den Akt der Sprache werden.

DA DA SCHAU ist eine Einladung, Erzähltes neu zu entdecken und selbst zu interagieren.

A view on the act of speaking

DA DA SCHAU considers the narrative about the view as a staged experience. The rooftop terrace is transformed into a theatrical setting that lets us become not only spectators and listeners, but also actors. Three audio plays and other shorter sound recordings offer new points of contact with what we usually experience with our senses, when we are on a viewing terrace – a city narrative. Not only do they lead to new insights, they also generate questions.

Do the audio recordings accompany our gaze in a pleasant way? Or do they become an irritating disturbance that interferes with our field of vision? To what extent do we establish links between the spoken word and our parallel perception? Can the heard voice stimulate movement in space? How does the incomprehensible spoken word challenge us? How do we deal with the irritating moment when we cannot attribute words or perceive them with other senses? In what way does voice function when it appeals to our other senses in an altered context?

The spoken words are to be perceived as a stimulus to engage with the view over the city’s rooftops, and with the act of speaking and its meaning in our everyday use. The installation explores the material quality of the voice and scrutinises spaces of action within the act of speaking. DA DA SCHAU provides clues to the weight of speech, the interplay of the speaking act, the sense of hearing and the sense of sight.

In a tongue-in-cheek way, the obvious subject of the view thus becomes a speech act that can be experienced as fragile, irritating, moving and with humour.

Prompters with impaired speech, narrated descriptions of places beyond our field of vision and colourful accounts of distant city impressions, turn the view into a small showpiece about the act of speaking.

DA DA SCHAU is an invitation to discover narratives in new ways and to self-interact with them.

Dokumentation / Gallery

Impressum / Imprint

Ein Projekt im Rahmen des Masterstudiums Kulturen des Kuratorischen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. The project is part of the masters programme Cultures of the Curatorial at the Academy of Fine Arts Leipzig. 

Konzept, Kreation, Kuration
Concept, creation, curation: Birgit Meßmer 

Sprecher 
Voice artist:
Nicholas Reinke (de), Oliver Purcell (en)
Übersetzung Text & Ton 
Translation text & audio: Oliver Purcell

25 – 28. 08. 2021
17:00 – 24:00

Terrasse 8.OG
Das Lebendige Haus
Motel One Leipzig Post
Grimmaischer Steinweg 1
04103 Leipzig 

contact: bmessmer@hgb-leipzig.de

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